Melchior, Moritz, Wendla und die anderen sind zwischen vierzehn und sechzehn Jahre alt. Schule und Eltern bestimmen den Alltag und geben den Rhythmus vor. Doch das
wahre Leben beginnt für die Clique am Freitagabend, ihr Treffpunkt ist der Brunnen und die Freiheit dauert immer nur ein Wochenende lang. Melchior ist der Beste in der Klasse, seine Eltern
vertrauen ihm und lassen ihn in Ruhe - so hat er auch allen Freiraum, die Geheimnisse der Liebe zu erforschen. Moritz dagegen steht permanent unter großem Druck. Er lernt bis zur Erschöpfung, um
seine Versetzung nicht zu gefährden und seinen strengen Vater nicht zu enttäuschen. Alles macht ihm Angst, die Mädchen verwirren ihn und seine Zukunft erscheint ihm mehr als ungewiss. Moritz
vertraut sich Melchior an, doch der hat kein wirkliches Gespür für die Not seines Freundes. Denn Melchior trifft sich heimlich mit Wendla und schläft mit ihr. Danach ist nichts mehr, wie es
vorher war: Wendla wird schwanger und ist damit genauso überfordert wie Melchior. Moritz schafft die Versetzung nicht. Verzweifelt und von allen im Stich gelassen, begeht er Selbstmord. Melchior
flüchtet - vor Wendla, der Verantwortung und der Trauer um den Freund. Mit dem Wunsch, alles hinter sich zu lassen, tut Melchior den ersten Schritt in sein eigenes Leben.
Genau 100 Jahre nach der Uraufführung von Frank Wedekinds Frühlings Erwachen hat der Autor, Film- und Theaterregisseur Nuran David Calis seine eigene Fassung der
sogenannten Kindertragödie geschrieben. Calis bleibt nah bei Wedekinds Figuren und ihrer Geschichte, orientiert sich jedoch an der Lebenswirklichkeit heutiger Jugendlicher - an ihren Idealen und
Nöten, Sehnsüchten und Wünschen, ihrer Sprache und Musik.